Gefäßkrankheit belastet das Herz

Bluthochdruck (Hypertonie)

Bluthochdruck (Hypertonie)
Bluthochdruck regelmässig messen

Bluthochdruck (Hypertonie) kommt meist nicht von ungefähr. Viele Betroffene sind jahrelang von Termin zu Termin gehetzt. Stress, fett- und salzreiches Fastfood, Übergewicht, Rauchen und Alkohol – ein derartiger Lebensstil drückt auf unsere Gefäße, im wahrsten Sinne des Wortes. Das Alter ist ebenso „bedrückend“: Mit jedem Jahr verlieren die Gefäße an Elastizität und werden steifer. Die Folge: Der Druck in den Gefäßen steigt.

Ab dem 50. Lebensjahr ist heute fast jeder Zweite von Bluthochdruck betroffen. Das Gefährliche an dieser Volkskrankheit: Im Alltag bleibt sie oft lange unentdeckt. Nur wenige Bluthochdruck-Kranke (Hypertoniker) leiden unter Kopfschmerzen, Schwindel, Atemnot oder Müdigkeit, die meisten fühlen sich fit und gesund. Häufig wissen sie gar nichts von ihren bedenklichen Werten oder sie nehmen ihren Bluthochdruck einfach nicht ernst. Doch auch wenn Bluthochdruck zunächst keine Beschwerden verursacht, schädigt er Herz und Gefäße. Um dem hohen Druck standzuhalten, verdicken sich die Gefäßwände. Dadurch verlieren diese an Elastizität, in der Folge bilden sich an ihrer Innenwand verstärkt Ablagerungen (Plaques).

Bluthochdruck kontrollieren und messen

Je höher der Blutdruck, desto mehr muss das Herz arbeiten, um die Organe und das Gewebe zu versorgen. Unbehandelt kann der Bluthochdruck gefährliche Folgen, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, haben. Dauerhaft überhöhte Werte können vor allem die Nieren so stark schädigen, dass sie versagen können. Lassen Sie Ihren Blutdruck deshalb unbedingt regelmäßig kontrollieren, am besten in der Apotheke oder beim Arzt. Der Blutdruck muss dabei keineswegs immer gleich sein. Er schwankt im Laufe des Tages.

Ebenso steigen die Werte, wenn der Körper mehr Sauerstoff braucht, etwa beim Treppensteigen oder wenn wir in der Arztpraxis aufgeregt auf unsere Werte warten („Weißkittelsyndrom“). Eine solche Erhöhung ist nicht unbedingt krankhaft und klingt meist ab, sobald die Belastung vorüber ist. Erst ein Blutdruck, der bei wiederholten Messungen bei 140/90 mmHg oder höher liegt, ist behandlungsbedürftig. Das gilt auch für ältere Menschen. Die Annahme, im Alter dürfe der Blutdruck höher sein, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Ist die Erkrankung erst einmal entdeckt, ist sie sehr gut behandelbar. Sobald andere Krankheiten als Ursache ausgeschlossen sind, gilt es, die Blutdruckwerte dauerhaft auf unter 140/90 mmHg zu senken. Die Werte von Diabetikern sollten sogar noch niedriger sein und 130/80 mmHg möglichst nicht überschreiten.

Maßnahmen gegen Bluthochdruck

Regelmäßige Bewegung, am besten Ausdauer-Sportarten, wie Radfahren, Schwimmen oder Joggen, Gewichtsreduktion, Nikotinabstinenz, Einschränkung des Alkoholkonsums, Entspannungsübungen sowie salz- und fettarme Vollwertkost statt Fastfood – mit diesen einfachen Lebensstiländerungen lässt sich der Blutdruck meist spürbar senken. Bereits fünf Kilo weniger auf der Waage verringern die Werte um jeweils rund 4 mmHg. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, stehen dem Arzt eine Reihe von Arzneimitteln zur Verfügung, die den Blutdruck zuverlässig und gut verträglich senken – meist ein Leben lang. Dabei vermindert eine optimale medikamentöse Behandlung nicht nur den erhöhten Blutdruck, sondern verzögert die Gefäßalterung und sorgt gleichzeitig für die Erhaltung der Gefäßelastizität.

Therapie bei Hypertonie

Allerdings gibt es kein Behandlungsschema, das für alle Patienten gleichermaßen geeignet wäre. Wann der Arzt welchen Wirkstoff verschreibt, hängt von Alter, Schweregrad des Bluthochdrucks, Dauer der Beschwerden und eventuellen Begleiterkrankungen ab. Ebenso beeinflussen Allergien, Unverträglichkeiten und die Einnahme anderer Medikamente die ärztliche Entscheidung. Bei leichten bis mittelschweren Formen des Bluthochdrucks reicht in der Regel ein Präparat aus, um die Werte zu normalisieren. Andere Patienten benötigen zwei oder drei Medikamente, um den Blutdruck ausreichend zu senken. Die Wirkweise der blutdrucksenkenden Arzneimittel ist sehr unterschiedlich. Angiotensin-II-Re­zeptorblocker, die sogenannten „Sartane“, beispielsweise Telmisartan, machen den Botenstoff unwirksam, der den Gefäßwänden den „Befehl“ überbringt, sich zusammenzuziehen. Die Folge: Die Gefäßmuskulatur bleibt entspannt, die Gefäße geweitet. Das Blut bekommt mehr Raum, der Blutdruck sinkt.

Darüber hinaus können die Substanzen auch positiv auf einen gestörten Glukose- und Fettstoffwechsel sowie auf diabetesbedingte Nierenerkrankungen wirken. Ein Rückgang des Bauchfetts, das als eigenständiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählt, wurde ebenfalls beobachtet. Nicht immer wird die Behandlung des Bluthochdrucks auf Anhieb effektiv sein, nicht immer bleiben alle Nebenwirkungen aus. Möglicherweise werden bei Ihnen mehrere Anläufe benötigt, bis das richtige Mittel gefunden ist. Dieses kann dann allerdings viele der gefährlichen Folgeschäden verhindern.

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