Heilungschancen: Infektionskrankheit der Leber

Hepatitis C

Hepatitis C
Hepatitis C: Erkrankung der Leber

Hepatitis C ist eine entzündliche Erkrankung der Leber, die zu einer Schädigung der Leberzellen und zu Störungen der Organfunktion führt. Ausgelöst wird die Erkrankung durch eine Infektion mit dem Hepatitis C-Virus oder abgekürzt HCV. Da viele Menschen mit einer chronischen Hepatitis C meist über Jahre weitgehend beschwerdefrei leben, bleibt die Infektion oft lange Zeit komplett unerkannt.

Schon heute ist die chronische HCV-Infektion in Deutschland eine der wichtigsten Ursachen für chronische Lebererkrankungen und ein häufiger Grund für Lebertransplantationen. Weltweit sind etwa 180 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Allein in Deutschland leben schätzungsweise 400.000 bis 600.000 Menschen mit einer chronischen HCV-Erkrankung.

Bislang wurde die Hepatitis C als Gesundheitspro­blem unterschätzt. An­ge­­­sichts der etwa zwölf Mil­lionen chronisch an He­patitis C erkrankten Eu­ro­­päer, von denen nur etwa 10 % identifiziert sind und die ohne Behandlung ein hohes Risiko für Folgeschäden wie Leberversagen oder Leberkrebs tragen, riefen jetzt Gesundheitsexperten des Europäischen Parlaments dazu auf, Hepatitis C als dringliches Gesundheitsthema anzuerkennen.

Symptome von Hepatitis C

Die möglichen Anzeichen der HCV-Erkrankung sind wenig spezifisch. Grippeartige Symptome, Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Übelkeit, Druck im Oberbauch und Appetitlosigkeit können zwar auf die Infektion hinweisen, aber auch zahlreiche andere Ursachen haben. Das HCV wird durch direkten Blut-zu-Blut-Kontakt übertragen. Bis 1991 konnte der Erreger nicht nachgewiesen werden, wodurch es bei Bluttransfusionen häufig zu HCV-Infektionen kam. Besonders gefährdet ist die Risikogruppe der Opiatabhängigen durch den gemeinsamen Gebrauch von Spritzen und Kanülen. Bei erhöhter Viruskonzentration im Blut kann das Virus aber auch in anderen Körperflüssigkeiten wie Speichel, Schweiß, Tränen und Sperma nachgewiesen werden. Eine sexuelle Übertragung des Virus ist daher nicht ausgeschlossen.

Leberschäden durch Hepatitis C

Schwere Leberschäden möglich Langzeitbeobachtungen haben gezeigt, dass bis zu 30 % der Personen mit chronischer Hepatitis C nach 20 bis 30 Jahren eine Leberzirrhose entwickeln. Im höheren Lebensalter verläuft dieser Prozess oft schneller. Weitere begünstigende Faktoren sind Alkoholkonsum, eine gleichzeitig bestehende HIV-Infektion oder eine chronische Hepatitis B-Infektion. Personen mit HCV-bedingter Leberzirrhose weisen ein erhöhtes Risiko auf, Leberzellkrebs zu entwickeln.

Leberentzündungen und Leberzirrhose

Schätzungen zufolge lassen sich in industrialisierten Ländern 20 % der akuten Leberentzündungen, mehr als 40 % aller Leberzirrhosen, 70 bis 85 % der chronischen Leberentzündungen und 60 % der Leberzelltumoren auf das Vorliegen einer chronischen Hepatitis C zurückführen. Ist die Zerstörung der Leber durch die Leberzirrhose bereits zu weit fortgeschritten, müssen sich die Betroffenen einer Lebertransplantation unterziehen. Gute Heilungschancen Die antivirale Therapie der HCV-Infektion basiert auf der Verabreichung des Gewebshormons Interferon (IFN) alfa, das beispielsweise bei einer Grippe auch vom Körper selbst gebildet wird.

Behandlung der Leber

Die Behandlungsergebnisse konnten in den letzten Jahren erheblich verbessert werden. Durch die Kombination des pegylierten (lang wirksamen) Interferon (PEG-IFN) alfa mit Ribavirin erhöhte sich das dauerhafte virologische Ansprechen, damit die Heilungschance, von zirka 10 % auf über 50 %. Patienten (mit PEG-IFN alfa), die mit bestimmten Virustypen (Genotyp 2 oder 3) infiziert sind, erzielen sogar zu über 80 % einen dauerhaften Therapieerfolg. Da die Pegylierung zu einer verlängerten Wirksamkeit führt, muss PEG-IFN alfa nur noch einmal wöchentlich subkutan verabreicht werden. Derzeit sind zur Behandlung der chronischen HCV-Infektion zwei pegylierte Interferone zugelassen: das PEG-IFN alfa-2a und das PEG-IFN alfa-2b. Mehr als ein Drittel der HCV-Patienten spricht auf eine antivirale Therapie mit IFN alfa (pegyliert oder nicht pegyliert) jedoch nicht an oder erleidet einen Rückfall. Diesen Patienten bietet die Kombinationstherapie mit PEG-IFN alfa-2b plus Ribavirin seit Kurzem eine zweite Chance auf Heilung.

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