Schweißausbrüche am ganzen Körper
Durchgeschwitzte Kleidung, Schweißflecken, feuchte Handflächen bei der Begrüßung: Das kann richtig peinlich sein, besonders, wenn der Schweiß nicht im Fitness-Studio, sondern aus heiterem Himmel fließt. Für unseren Organismus ist Schwitzen eine völlig normale und lebensnotwendige Funktion. Es reguliert die Körpertemperatur und schützt vor lebensbedrohlicher Überhitzung. Was aber ist, wenn das Schwitzen krankhaft ist? Das Ausmaß des Schwitzens wird mit Hilfe des Botenstoffes Acetylcholin durch das sogenannte „autonome Nervensystem“ gesteuert – ob wir dies wollen oder nicht.
Rund fünf Millionen Bundesbürger schwitzen allerdings unabhängig von körperlicher oder psychischer Belastung, Wärme oder Kälte, Tages- oder Jahreszeit. Für viele Betroffene wird das Schwitzen infolge sichtbarer Schweißränder und wahrnehmbarer Geruchsbildung zu einem schwerwiegenden Problem, das zur sozialen Ausgrenzung führen kann.
Krankheit Schwitzen: Übermäßige Schweißbildung
Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose) kann auf ernsthafte Erkrankungen, wie Infektionen, Diabetes mellitus, Tumor- oder Schilddrüsenerkrankungen, hindeuten. Verschiedentlich bleibt die Ursache jedoch ein Rätsel. Erste Hinweise lassen einen genetischen Einfluss vermuten. Die Drüsen der Betroffenen sind jedenfalls bis zu achtmal größer als bei Gesunden und dementsprechend leistungsfähiger. Eine Überaktivität bestimmter Nerven führt zudem zu einer verstärkten Stimulierung der Schweißdrüsen. Die Folge sind schweißnasse Handflächen, Fußsohlen, Achselhöhlen oder ein Schweißfilm am ganzen Körper.
Therapien und Behandlungsmöglichkeiten gegen das Schwitzen
Was hilft wirklich? Gewöhnliche Deodorants stoppen zwar den unangenehmen Geruch des Schweißes, nicht aber das Schwitzen. Auch die geringen Aluminiumchloridkonzentrationen frei verkäuflicher Antitranspirantien bleiben bei den Betroffenen meist wirkungslos. Und Präparate mit höherer Aluminiumchloridkonzentration führen mitunter zu schmerzhaften Hautirritationen. Die Leitungswasseriontophorese, eine physikalische Therapie mit Strom, verspricht zwar Erfolg, erfordert aber mehrfach wöchentlichen Arztbesuch. Dragees mit dem Wirkstoff Methantheliniumbromid bieten unablässig Schwitzenden eine effektive, nebenwirkungsarme Alternative und bewahren vor möglichen chirurgischen Eingriffen. Die Substanz mindert die Wirkung des „schweißtreibenden“ Botenstoffes Acetylcholin. Dadurch kann die gebildete Schweißmenge bis zur Hälfte reduziert werden. Positiv daran: Die Kosten werden von den Krankenkassen erstattet


