Hunde und Zecken
Welcher Hundehalter freut sich nicht über die sonnigen Tage im Herbst. Ohne die brütende Sommerhitze macht ein Spaziergang durch Wiesen, Felder und Wälder erst richtig Spaß. Doch wenn Frauchen, Herrchen oder Hund von Zecken befallen oder anderen Plagegeistern gestochen werden, kann der Ausflug schlimme Folgen haben.
Zecken sind für ihre Entwicklung von Frühjahr bis Herbst auf Blut angewiesen und ständig auf der Suche nach neuen „Appetithäppchen“. Halter und Tier brauchen nicht einmal querfeldein zu streifen. Zecken lassen sich nicht, wie man so oft hört, von Bäumen auf ihre Opfer fallen. Vielmehr lauern die gefährlichen Vampire versteckt am Wegesrand, auf Kräutern, Gräsern oder niedrigem Buschwerk. Unbemerkt nutzen die Parasiten den Moment des Vorbeistreifens, der kurzen Berührung und schon krallen sie sich eisern fest – egal, ob Mensch oder Hund.
Zecken und Borreliose (FSME)
Harmlose Folgen sind lokale Hautreaktionen und leichte Entzündungen. Vielfach sind Zecken aber mit gefährlichen Erregern von Borreliose, Hundemalaria, Anaplasmose und Ehrlichiose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) infiziert, die während des Saugaktes auf ihr Opfer übertragen werden können. Die Mehrzahl der gefährdeten Menschen nutzen heute bereits den Schutz der FSME-Impfung, da diese Erkrankung zu schweren Hirnhautentzündungen und bleibenden Schäden führen kann. Aber nur etwa jeder fünfte Hund ist geschützt.
Probleme durch Zecken
Die FSME ist beim Hund zwar nicht krankheitsverursachend, aber von der Borreliose sind zunehmend auch Hunde betroffen. Hohes Fieber, Gelenkentzündungen, Wucherungen in Lymphknoten und Milz, Nierenschädigungen und nervliche Erkrankungen sind typische Folgen. Eine weitere durch Zecken übertragene, für den Menschen harmlose, aber für den Hund gefährliche Krankheit ist die Hundemalaria – der Tierarzt spricht auch von Babesiose. Sie galt bis vor wenigen Jahren als Reisekrankheit und wurde höchstens durch Importhunde oder bei Rückreisen aus südlichen Ländern eingeschleppt. Das hat sich geändert. Die mit den Erregern infizierten Auwaldzecken sind mittlerweile in ganz Deutschland verbreitet, so dass man sie heute als heimisch bezeichnen kann. Der Erreger ist ein Blutparasit, der die roten Blutkörperchen des Hundes zerstört. Blutarmut und Gelbsucht mit hohem Fieber sind die Folge.
Jedes Jahr erkranken allein hierzulande etwa 3.000 bis 4.000 Hunde an dieser gefährlichen Infektion. Unbehandelt überleben die erkrankten Tiere meist nur wenige Tage. Der zweite Höhepunkt der Zeckensaison beginnt Ende August und dauert bis Ende Oktober. Schützen Sie deshalb Ihren Vierbeiner nicht nur im Frühjahr, sondern auch im Herbst vor diesen Parasiten. Sicherer Schutz Das Absammeln der Zecken nach jedem Spaziergang kann die Übertragung der gefährlichen Erreger nicht sicher verhindern. Junge Zecken, die so genannten Nymphen, sind nämlich zunächst viel zu winzig, um im Fell eines Hundes rechtzeitig erkannt zu werden. Erst Tage später, wenn sie voll gesaugt mit Blut und damit um ein Vielfaches größer sind, können die Zecken erkannt und entfernt werden. Zu diesem Zeitpunkt kann sich der Vierbeiner aber bereits infiziert haben.
Zecken und Infektionen: Gefahr für Mensch und Tier
Wenig bekannt ist auch, dass viele Infektionen zunächst unbemerkt verlaufen und erst Wochen später nach dem Zeckenbiss ausbrechen. Zwar verspricht eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung durchaus Aussicht auf Erfolg, eine gezielte und zuverlässige Langzeitvorbeugung kann dem Tier aber viel Schmerz und Leid ersparen. Als besonders effektiv haben sich hier hochprozentige Permethrinpräparate erwiesen, die über eine Zweifachwirkung verfügen. Das Spot-on-Präparat exspot® zum Beispiel, das von der Stiftung Warentest 2002 als bestes Antizeckenmittel getestet wurde, wirkt einerseits stark abschreckend (repellent) und andererseits deutlich abtötend (insektizid/akarizid). Es wird einfach auf die Haut des Hundes geträufelt. Wie mit einem unsichtbaren Schutzschild schützt es den Hund für vier Wochen fast hundertprozentig vor Zecken, Mücken und Flöhen. Gelangt dennoch eine Zecke in das Fell des Hundes, wird sie durch die akarizide Wirkung des Präparats innerhalb kurzer Zeit getötet, also noch bevor sie ihre Erreger übertragen kann.
Antizeckenmittel
Antizeckenmittel mit ausschließlich abtötender Wirkung können die Übertragung von Krankheitserregern übrigens nicht verhindern. Die Abtötungszeiten der Zecken liegen bei diesen Substanzen nämlich zwischen 24 und 48 Stunden. Damit können sie die Blutmahlzeit der Zecke, und damit die mögliche Übertragung von Viren und Bakterien, nicht sicher verhindern, denn Borrelien werden zwischen 6 und 48 Stunden, die Erreger der Anaplasmose innerhalb von 24 Stunden und die Erreger der Hundemalaria in Ausnahmefällen bereits mit dem Zeckenstich auf den Hund übertragen. Auch natürliche Mittel, wie ätherische Öle mit Lorbeer, Lavendel, Rosmarin und Knoblauchpulver, müssen nach gegenwärtigem Kenntnisstand als unwirksam eingestuft werden und sind für eine Prophylaxe nicht geeignet


