Diagnose Mammakarzinom

Brustkrebsvorsorge

Brustkrebsvorsorge
Abtasten der Brust als Vorsorgemaßnahme

In Deutschland erkranken jährlich rund 55.000 Frauen an Brustkrebs oder auch dem sogenannten Mammakarzinom. Knapp 17.000 Frauen sterben an den Folgen von Brustkrebs. Die Tage vom ersten Verdacht bis zur endgültigen Diagnose gleichen einem Wechselbad der Gefühle: Stetes Hoffen und Bangen bestimmen den Alltag der betroffenen Frauen.

Fragen und Antworten zu Brustkrebs

Die wichtigsten Fragen um die Brustkrebsvorsorge und mögliche Diagnosemethoden beantwortet Priv.-Doz. Dr. Beate Stöckelhuber, Neumünster.

M+G: Was kann eine Frau selbst zur Früherkennung tun?

Dr. Stöckelhuber: Wird der Krebs in einem frühen Stadium entdeckt, sind die Heilungschancen meist sehr gut. Deshalb ist das regelmäßige Betrachten der Brüste im Spiegel und das Abtasten der Brüste so wichtig. Vor den Wechseljahren liegt der beste Zeitpunkt dafür eine Woche nach dem Beginn der letzten Regel. Für Frauen, die keine Regelblutung mehr haben, empfiehlt sich eine Untersuchung an einem festen Tag im Monat.

"Wird der Krebs in einem frühen Stadium entdeckt, sind die Heilungschancen meist sehr gut."

M+G: Haben Sie Tipps für das richtige Abtasten der Brust?

Dr. Stöckelhuber: Jeder Teil der Brust sollte systematisch abgetastet werden. Teilen Sie gedanklich die Brust durch eine senkrechte und eine waagerechte Linie in vier Segmente (Quadranten) und untersuchen Sie diese nacheinander. Tasten Sie dabei mit den Kuppen der drei mittleren Finger die gesamte Brust quadrantenweise – die Finger gegeneinander bewegend – ab. Untersuchen Sie jeweils mit der gegenüber liegenden Hand, und denken Sie am Schluss auch an die Untersuchung der Achselhöhle.

M+G: Was passiert, wenn der Arzt einen verdächtigen Knoten findet?

Dr. Stöckelhuber: Zunächst werden eine Mammografie und eine Ultraschalluntersuchung der Brust durchgeführt. Wenn es erforderlich ist, wird durch eine Punktion, die Stanzbiopsie, in örtlicher Betäubung Gewebe gewonnen und mikroskopisch untersucht. Wird jedoch bei einer Mammografie sogenannter Mikrokalk entdeckt, der eine Vorstufe zu Brustkrebs sein kann, gibt die ebenfalls in örtlicher Betäubung durchgeführte Vakuumbiopsie Sicherheit, worum es sich handelt. Diese Methode hat sich als schonend und überaus zuverlässig erwiesen. Da bei diesem speziellen Verfahren große, zusammenhängende Gewebeproben gewonnen werden, wird nahezu kein verdächtiges Gewebe verfehlt. Dem Labor steht deutlich mehr Gewebe zur Verfügung als zum Beispiel bei der Stanzbiopsie. Der ambulante, beinahe schmerzfreie Eingriff dauert ungefähr eine halbe Stunde. Das Beste: Nach der Biopsie kann die Patientin sofort wieder in den Alltag zurückkehren, und es bleiben keine auffälligen Narben an ihrer Brust zurück, wie es bei herkömmlichen operativen Probeentnahmen der Fall wäre.

Kampf gegen den Brustkrebs - Hilfsmittel Vakuumbiopsie

M+G: Wie funktioniert die Vakuumbiopsie?

Dr. Stöckelhuber: Bei dem minimal invasiven Verfahren wird zunächst die Lage des verdächtigen Gewebes durch eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung bestimmt. Mit einer 4 bis 5 mm dünnen Hohlnadel wird dann das krebsverdächtige Gewebe über eine Kammer an der Nadelspitze mit Unterdruck, also im Vakuum, in die Kammer eingesaugt und nach außen transportiert. Durch Drehen der Nadel können mit einem Einstich mehrere großvolumige Gewebeproben gewonnen werden.

M+G: Ist die Vakuumbiopsie überall verfügbar und wird sie von den Krankenkassen erstattet?

Dr. Stöckelhuber: Aufgrund der sehr hohen diagnostischen Zuverlässigkeit und der schonenden Eingriffsweise wird die Vakuumbiopsie von den gesetzlichen Krankenkassen seit Juli 2007 erstattet. Deutschlandweit wird das Verfahren in über 300 Brustzentren angeboten. Informationen zu zertifizierten Brustzentren finden sich unter anderem auf der Homepage der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

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