Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED)

Chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED)
Darmerkrankung Morbus Crohn

Treten heftige Bauchschmerzen, blutige Durchfälle, Gewichtsverlust und Fieberschübe gehäuft und schubweise auf, liegt der Verdacht einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) nahe. Betroffen sind hierzulande rund 320.000 Menschen. Die intakte Immunabwehr eines gesunden Darms verhindert, dass potenziell gefährliche Mikroorganismen durch die Magen-Darm-Schleimhaut in den Körper eindringen.

Gleichzeitig muss die Magen-Darm-Schleimhaut aber so durchlässig sein, dass Vitamine, Kalorien, Wasser und Mineralien aufgenommen werden können. Diese komplexe Aufgabe meistert unser Immunsystem in der Regel bewundernswert gelassen. Manchmal jedoch dringen Bakterien aufgrund einer Fehlreaktion des Immunsystems in die Darmwand ein. Es kommt zu einer überschießenden Abwehrreaktion des Körpers und längerfristig zu einer schubweise verlaufenden, chronischen Entzündung des Darms − zu Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Beim Krankheitsbild des Morbus Crohn können die Entzündungsprozesse den gesamten Verdauungstrakt erfassen. Typisch ist, dass sich gesunde und krankhaft veränderte Bereiche abwechseln und alle Darmschichten befallen. Abszesse und Fisteln können sich bilden. Ausbuchtungen des Darms nach innen und damit Verengungen (Stenosen) sind zu beobachten.

Bei der Colitis ulcerosa beschränkt sich die Entzündung hingegen meist auf den Dickdarm. In der Regel beginnt sie im Enddarm (Rektum) und breitet sich dann in tiefer gelegene Dickdarmabschnitte aus. Dabei erstreckt sie sich kontinuierlich über den betroffenen Bereich und befällt die oberste Darmschicht. Die Ursachen der CED sind immer noch unerforscht, das Zusammenwirken von Nahrungsbestandteilen, Bakterienflora und genetischer Veranlagung scheint aber wahrscheinlich. Als Auslöser der Krankheitsschübe gelten Stress, Überforderung, Konfliktsituationen oder einschneidende Veränderungen der Lebensumstände.

Risiko Darmkrebs

Da CED-Patienten ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs aufweisen, ist es wichtig, neuen Schüben durch konsequente Einnahme geeigneter Medikamente vorzubeugen und empfohlene Vorsorgeuntersuchungen gewissenhaft wahrzunehmen. Oft kann das Krankheitsgeschehen mit entzündungshemmenden Medikamenten wie 5-Aminosalizylaten, Sulfasalazin oder Kortison gedämpft werden.

In schwierigeren Fällen kommen sogenannte „Immunsuppressiva“ zum Einsatz, die allerdings auch die gewünschte körpereigene Abwehrkraft schwächen können. Andere Therapieansätze versuchen, die Darmflora durch Bakterienpräparate positiv zu beeinflussen. Auch die zeitweise ausschließliche Ernährung mit Formuladiäten („Sonden- oder Astronautenkost“) kann die Entzündung, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, zum Abklingen bringen.

Defizit an Nährstoffen

Zudem gehen CED häufig mit Nährstoffdefiziten einher, insbesondere mit einem Mangel an Folsäure, Eisen, Zink und den Vitaminen A, C und B12. Ursächlich sind nicht nur die wegen der Bauchschmerzen verminderte Nahrungsaufnahme, sondern auch die aufgrund der gestörten Darmfunktion verminderte Verstoffwechselung der Nahrung, ebenso erforderliche Diäten, erhöhte Verluste durch Durchfälle, ein durch die Entzündung gesteigerter Nährstoffbedarf sowie Wechselwirkungen zwischen Nährstoffen und Medikamenten.

Zu einer umfassenden Therapie sollten daher stets auch die Vorbeugung und Korrektur einer Mangelernährung, gegebenenfalls mit Nahrungsergänzungsmitteln, gehören. Darüber hinaus scheinen Omega-3-Fettsäuren die schubfreie Zeit zu verlängern.

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