Impfung gegen Grippe
Schlechtes und kühles Wetter, da sind manchmal die Grippeviren im Anflug. Obwohl die Grippewelle im vergangenen Winter bei uns eher mild verlief, besteht kein Grund zur Entwarnung. Im Gegenteil: Experten vermuten, dass Grippeerkrankungen in der bevorstehenden Saison schwerer verlaufen könnten und raten zur vorbeugenden Impfung.
Besonders für Senioren ist die Grippeimpfung wichtig, denn neun von zehn Todesfällen, die durch eine Virusgrippe (Influenza) bedingt sind, treten bei Personen ab 65 Jahren auf. Die Erreger der Grippe – die Influenzaviren – werden über Tröpfcheninfektion, zum Beispiel durch Husten oder Niesen, von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Übertragung ist auch möglich, wenn die Hände nach Kontakt mit einem Gegenstand, auf dem Viren haften, zu Mund oder Nase geführt werden, wie etwa nach einem Händeschütteln.
Krankheitsverlauf Grippe
Nach der Ansteckung dauert es etwa ein bis drei Tage, bis sich die Symptome der Grippe bemerkbar machen. Typisch sind plötzlich auftretendes hohes Fieber, oft über 39 °C, und Schüttelfrost. Auch Muskel-, Kopf- und Gliederschmerzen mit Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Schwächegefühl sind charakteristische Anzeichen für eine Grippe. Die jährliche Grippeimpfung ist die einzige vorbeugende Maßnahme, die Erkrankungshäufigkeit und Sterblichkeit infolge der Grippe in allen Altersgruppen reduzieren kann.
Neue Viren: Grippeerreger sind mutiert
Da sich Grippeviren ständig verändern, muss die Zusammensetzung des Grippeimpfstoffs jedes Jahr geändert und die Impfung jährlich erneuert werden. Für die Zusammensetzung der Impfstoffe gibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in jedem Frühjahr die drei Virusstämme bekannt, die gerade am häufigsten zirkulieren. Für einen optimalen Impfschutz muss der aktuelle Grippeimpfstoff möglichst genau die in der kommenden Grippesaison zirkulierenden Virusstämme enthalten.
In diesem Jahr tritt der ungewöhnliche Fall ein, dass im Vergleich zu den Vorjahren alle drei von der WHO ausgewählten Virusstämme neu sind. Das bedeutet, es zirkulieren Viren, die für das menschliche Abwehrsystem (Immunsystem) neu sind. Und: Einer dieser Virusstämme führt in der Regel zu schweren Erkrankungen. Wer sich in diesem Herbst nicht gegen Influenza impfen lässt, steht den angreifenden Viren nahezu unvorbereitet gegenüber und wird bei einer Infektion mit hoher Wahrscheinlichkeit erkranken, so Prof. Dr. P. Wutzler vom Institut für Virologie und Antivirale Therapie der Universität Jena. „Aus diesem Grund ist es in diesem Jahr besonders wichtig, sich gegen Grippe impfen zu lassen“.
Impfstoff für Senioren
Eine Grippeschutzimpfung ist für nahezu alle Menschen sinnvoll. Die Ständige Impfkommission (STIKO), die die Impfempfehlungen für Deutschland herausgibt, rät sie vor allem Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranken jeden Alters, medizinischem Personal und Menschen, die wegen zahlreicher Personenkontakte ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben.
Besonders wichtig ist die Grippeschutzimpfung für ältere Menschen, da gerade sie bei einer Infektion mit dem Grippevirus oft schwer erkranken und Komplikationen wie Lungenentzündungen bei ihnen häufig vorkommen. Doch gerade bei älteren Menschen wirkt ein Standard-Grippeimpfstoff oft weniger gut, da im Alter die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nachlässt, und es daher schwächer auf die Impfung reagiert. Für Menschen ab 65 Jahren gibt es deshalb einen Grippeimpfstoff mit einer verstärkten Wirkung. Dieser maßgeschneiderte Impfstoff enthält einen speziellen Wirkverstärker, der das schwächer werdende Immunsystem beim Aufbau von Abwehrstoffen gegen Grippe unterstützt.
Zudem schützt der wirkverstärkte Grippeimpfstoff beim plötzlichen Auftreten von veränderten Virusvarianten besser als ein Standardimpfstoff. Immer wieder kann es vorkommen, dass die im Impfstoff enthaltenen Stämme von den kursierenden Virustypen abweichen. Dies liegt an der Zeitspanne (die unter anderem durch die Impfstoffproduktion bedingt ist) zwischen der Bekanntgabe der Virusstämme, die im Impfstoff enthalten sein sollen, und dem Auftreten der eigentlichen Grippewelle.
Impfzeit: Idealer Zeitraum für eine Impfung
Der ideale Zeitpunkt für die Grippeimpfung ist der Herbst von September bis November, sie kann aber auch zu einem späteren Zeitpunkt, zum Beispiel im Februar, durchaus noch sinnvoll sein. Nach der Impfung dauert es etwa zwei Wochen, bis sich der volle Impfschutz aufgebaut hat. Die Grippeimpfung ist für alle ab 60 Jahren beziehungsweise die mit dem wirkverstärkten Impfstoff ab 65 Jahren kostenlos – die Kassen übernehmen die Kosten. Eine Praxisgebühr fällt bei Impfungen ebenfalls nicht an. Man kann also nur gewinnen – vor allem das gute Gefühl, viel für eine grippefreie Winterzeit getan zu haben.


