Hilfe für brüchige Fingernägel
Knapp 20% der Bevölkerung klagen über spröde, brüchige und splitternde Nägel, die selbst nach stundenlangem Polieren immer noch matt und fleckig – einfach unattraktiv – aussehen. Bereits die tägliche Pflege der Fingernägel, wie das Säubern, Feilen, Kürzen oder Polieren, bereitet vielen Menschen Schwierigkeiten. Aber mit der richtigen Nagelpflege gibt es Abhilfe gegen brüchige Fingernägel.
Kennzeichen gesunder Fingernägel
Gesunde Nägel sehen rosa aus, sind unbeschädigt und frei von Verfärbungen. Die unversehrte Nageloberfläche reflektiert durch ihre annähernd glatte Struktur das Licht, wodurch die Nägel leicht spiegelnd wirken. Neben ihrer kosmetischen Bedeutung bewahren die Nägel das empfindliche Gewebe von Finger- beziehungsweise Zehenkuppen, das aufgrund seiner exponierten Position besonders anfällig ist, vor Verletzungen. Andererseits unterstützen die Nägel auch die Greiffunktion an sich, da sie die Stabilität unserer „Greifwerkzeuge“ erhöhen.
Hände: wichtige Greifinstrumente
Dabei beanspruchen wir unsere Nägel tagtäglich nicht nur durch das Verwenden von Reinigungs- und Waschmittel oder Desinfektionsmittel, sondern belasten sie auch durch Kälte, Hitze oder Temperaturschwankungen, Wind, übermäßigen Wasserkontakt oder unsachgemäßes Hantieren mit Schere und Feile. Kein Wunder, dass sie auf Dauer unansehnlich werden können.
Nägel können Krankheiten anzeigen
Nägel sind – wie die Haut – ein Spiegel unserer Gesundheit und unserer Lebensgewohnheiten. Starke, glatte Nägel ohne Rillen und Flecken deuten auf eine gute körperliche Verfassung hin. Rissige, verformte, verfärbte oder glanzlose Nägel können auf eine organische Erkrankung, zum Beispiel Schuppenflechte (Psoriasis), hinweisen oder auch auf eine unausgewogene Ernährung mit einem daraus resultierenden Vitamin- und Mineralstoffmangel.
So können brüchige und splitternde Nägel ein Anzeichen für einen Mangel an Biotin sein. Dieser auch als Vitamin H bezeichnete Nährstoff ist essenziell für die Bildung der Hornsubstanz Keratin und maßgeblich am gesunden Wachstum von Haut, Haaren und Fingernägeln beteiligt. Eine unzureichende Versorgung des Organismus mit Kalzium oder Eisen sowie die hormonellen Umstellungen in Schwangerschaft, Pubertät oder Wechseljahren können ebenfalls zu einer vermehrten Brüchigkeit der Nägel führen.
Brüchige Fingernägel
Brüchige Nägel oder andere optisch sichtbare Veränderungen der Nägel entstehen aber auch infolge eines übermäßigen Wasserverlustes (Dehydratation) der Nagelplatte. Oft sind häufiges Händewaschen oder ständiger Wasserkontakt dafür verantwortlich. Aber auch der natürliche Alterungsprozess kann zur Dehydratation der Nägel führen, denn mit fortschreitendem Alter nimmt häufig die Fähigkeit der Nägel, Wasser zu binden, ab. Dies ist ein Grund dafür, dass Senioren besonders an Nagelproblemen leiden.
Dehydrierte Nägel verlieren ihre Stabilität und sind schädigenden Substanzen wie Reinigungs- und Lösungsmitteln oder azetonhaltigem Nagellackentferner nicht mehr gewachsen. Ein schichtweises Abblättern wird jetzt ebenso beobachtet wie ein längsfaseriges Aufsplittern oder querlaufendes Abbrechen der Nagelplatte. Aufgrund der Nagelveränderungen wird das Eindringen von Pilzen, Viren und Bakterien
begünstigt, sodass es zu einem Befall durch Nagelpilz (Nagelmykose) kommen kann, der dann in der Regel eine langwierige Behandlung erfordert.
Tipps für „Nagelpatienten“
Grundsätzlich kann man „Nagelpatienten“ zu einer ausreichenden Zufuhr von Eisen, Biotin, Cystein und Pantothensäure raten, außerdem kann harnstoffhaltiger Nagellack ebenfalls eine hilfreiche Unterstützung sein.
Dieses Nagelkosmetikum enthält 10 % Harnstoff (Urea), einen körpereigenen Wirkstoff, der aufgrund seiner Fähigkeit, große Mengen an Wasser binden zu können, in vielen Anti-Aging-Produkten enthalten ist. Der farblose bis gelblich scheinende Lack wird einmal täglich, bei Bedarf auch öfter, mit dem beigefügten Pinsel auf die trockenen Nägel aufgetragen. Es bildet sich eine dünne Filmschicht, die auf den Nägeln haftet und ihnen die nötige Feuchtigkeit verleiht.


