Schwerhörigkeit: Hörsturz und Tinnitus durch MP3-Player

Schwerhörigkeit

Schwerhörigkeit
Hörprobleme durch laute Musik

Egal, ob auf dem Weg in die Arbeit, beim Shoppen oder Radeln – das Tragen von MP3-Playern ist „angesagt“. Doch wer sich mit Stöpseln im Ohr den Kopf volldröhnt, kriegt vom Verkehr nur wenig mit und ist eine Gefahr für sich und andere. Mit Kopfhörern Fahrrad zu fahren ist, als ob man sich beim Radfahren die Augen zuhalten würde“, meint Heike Albrecht.

Leben mit Schwerhörigkeit

Sie weiß, was es bedeutet, nichts zu hören: denn Heike Albrecht (18, Nachwuchshoffnung im deutschen Tennis) hat ein Handicap zu meistern: Sie ist seit ihrer Geburt schwerhörig. Erst ab 110 Dezibel – dies entspricht etwa der Lautstärke in einer Diskothek – kann das Mädchen hören. Die junge Frau weiß, wie wichtig der Hörsinn für jedes Tennismatch, aber auch für die Zugehörigkeit zu unserer Gesellschaft ist. Zwei Hörgeräte erleichtern ihr die Kommunikation, ermöglichen ihr den Besuch einer normalen Gesamtschule.

In der Tennisrangliste der Gehörlosen führend in Deutschland und weltweit die Nummer 2, klettert sie auch bei den Normalhörenden auf der Rangliste stetig nach oben. Das rührige Tennistalent beweist, dass auch Menschen mit Hörminderung erfolgreich sein können. Gleichzeitig wird deutlich, wie unsinnig es ist, das Gehör leichtsinnig und unnötig zu gefährden.

Belastung des Hörvermögens: MP3-Player und In-ear-Kopfhörer

Zur Orientierung, zum eigenen Schutz und zur Rücksichtnahme auf andere ist im Straßenverkehr das volle, uneingeschränkte Hörvermögen notwendig. Wer dieses durch Kopfhörer und Musikhören beeinträchtigt, setzt sich einem erhöhten Unfallrisiko aus. „Keiner dieser Musikliebhaber nimmt wahr, was hinter ihm passiert. Überholende Autos, Klingelzeichen oder Hupen werden schlichtweg überhört. Das endet oft tragisch, manchmal sogar tödlich“, warnt Hörgerätespezialist  W. Bennedik vom und appelliert immer wieder an die Eigenverantwortung junger Menschen.

Langzeitschäden und Hörprobleme

Auch Langzeitschäden sind nicht ausgeschlossen. Um laute Nebengeräusche zu übertönen, wird die Musik mit bis zu 110 Dezibel wiedergegeben, was nur knapp unter der menschlichen Schmerzgrenze liegt. Dauerbeschallungen dieser Art können zu Hörminderung, Tinnitus, Schlafschwierigkeiten und Stress führen. Bei Kindern kann es zu Lernschwierigkeiten kommen. Das muss jedoch nicht sein: „Ich setze auf regelmäßige Untersuchungen des eigenen Gehörs. Je rechtzeitiger ein Hörproblem erkannt wird, desto höher die Chance, es erfolgreich zu behandeln und Folgeschäden zu vermeiden“, so Bennedik.

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