Allergische Reaktionen durch Insektenstiche
Duftende Wiesen und blühende Bäume sind eine Wohltat für unsere Sinne und eine wichtige Nahrungsquelle für heimische Insekten. Emsig summt, brummt und schwirrt es in Gräsern und Blüten. Doch wehe dem, der Bienen, Wespen & Co. zu nahe tritt. Drei Wespenstiche töten einen Menschen, sieben ein Pferd.“ Diese Weisheit des Volksmundes ist blühender Unsinn, doch nicht immer sind Insektenstiche harmlos.
Insektenstich: Lebensgefahr?
Bienen zum Beispiel tragen in ihren Stacheln ein Gift, das für Allergiker oder in großer Menge lebensbedrohlich werden kann. Schwillt nach einem Bienenstich die betroffene Körperstelle an, bedeutet das zunächst noch keine Allergie. Bei einem „normalen“ Menschen bedarf es einer Giftmenge von etwa 50 Bienenstichen, um ihn ernsthaft in Gefahr zu bringen. Bei einem Allergiker genügt dagegen bereits ein einziger Stich und der Körper reagiert mit typischen Symptomen: Herzrasen, kalter Schweiß, verlangsamter Herzschlag bis hin zur Bewusstlosigkeit, Juckreiz, sich rasch ausbreitende Hautrötung und Schwellung, Quaddelbildung, Atemnot, Frösteln oder Hitzegefühl, Schwindel, Übelkeit, Darmbeschwerden, Schwellung der Nasen- und Rachenschleimhäute, Schluck- und Sprachbeschwerden. Rufen Sie bei Verdacht auf eine solch allergische Reaktion sofort den Notarzt.
Da der Stachel der Biene Widerhaken aufweist, kann sie ihren Stachel nach dem Zustechen nicht mehr herausziehen. Das bedeutet für die Biene stets den Tod. Versucht man, den Stachel mit einer Pinzette herauszuziehen, reißt er aufgrund seiner Widerhaken häufig ab. Das Giftsäckchen verbleibt dann meist im Körper und führt erst recht zu Reaktionen. Erfolg versprechender ist es daher, den Stachel mit dem Finger „wegzuschnippen“ oder vorsichtig herauszukratzen.
Stachel entfernen
Weniger gefährlich sind die Stiche von Wespen und Hornissen. Ihre Giftkonzentrationen sind offenbar geringer und ihre Stacheln besitzen keine Widerhaken. Da der Stachel einer Hornisse aber größer ist als der einer Wespe, wird ein Hornissenstich als besonders schmerzhaft empfunden. Bis ein 70 kg schwerer Erwachsener durch Hornissenstiche in Lebensgefahr gerät, müsste er allerdings vielfach gestochen werden. Bleibt der Stachel einer Wespe oder Hornisse in der Haut stecken, sollte man ihn mit einer Pinzette entfernen.
Damit sich das Insektengift nicht noch schneller im Körper verteilt, ist es ratsam, weder am Stich zu kratzen, noch herumzudrücken. Besser ist es, etwas Speichel auf die Stichstelle zu reiben. Denn er neutralisiert das Gift von Bremsen, Wespen, Hummeln und Hornissen.
Stich in den Mundraum
Ein Insektenstich im Mundraum bedeutet stets akute Lebensgefahr. Die Schleimhaut kann anschwellen und die Atemwege verengen oder ganz verschließen. Typisch sind ein plötzlicher Schmerz im Mund nach Essen oder Trinken, rasches Anschwellen von Lippe und/oder Zunge und ein pfeifendes oder schnorchelndes Atemgeräusch bis hin zur Atemnot.
Stich in Lippen, Mund oder Rachen
- Notruf 112
- Beruhigen Sie den Betroffenen.
- Eis oder Eiswürfel können lebensrettend sein. So schnell wie möglich Eis oder Eiswürfel lutschen, ein kaltes Tuch um den Hals und Nacken legen.
- Erneuern Sie die Umschläge nach wenigen Minuten, da sie sich rasch erwärmen.
- Entfernen Sie beengende Kleidung wie Schal, Kragen etc.
- Beginnen Sie sofort mit Atemspende, wenn die Atmung ausbleibt.
Verdacht auf Allergie
- Notruf 112
- Im Falle von Kreislaufproblemen: Kopf tief und Beine hoch lagern.
- Bei bereits bekannter Wespen- oder Bienenallergie führt der Betroffene vermutlich entsprechende Notfallmedikamente mit sich.
Allgemeine Erste-Hilfe-Maßnahmen
- Einstichstelle mit kalten Umschlägen kühlen.
- Juckreizstillende Salben und Gels sowie Hausmittel wie Zitronensaft, Zwiebel oder Gurkenscheiben wirken lindernd und die Schwellung geht schneller zurück.
- Nach einem Bienenstich den Stachel mit dem Finger „wegschnippen“ oder vorsichtig aus der Haut kratzen.


