Probleme mit dem Stuhlgang

Chronische Verstopfung

Chronische Verstopfung
Probleme mit Magen und Darm

Lautlos und regelmäßig – so soll der Darm funktionieren. Ist das nicht der Fall, spricht man nicht gern darüber. Im Gegensatz zu anderen Beschwerden und Krankheiten sind Darmprobleme nur äußerst selten Thema des täglichen Small Talks. Selbst zwischen Arzt und Patient ist die Verstopfung (Obstipation) häufig noch ein Tabuthema. Dabei leiden rund 12 % der Bevölkerung unter dieser Erkrankung.

 Betroffen sind überwiegend Frauen, insbesondere Schwangere, Kleinkinder und ältere Menschen. Die „normale“ Verdauung ist von Mensch zu Mensch verschieden. Von einer chronischen Verstopfung spricht man aus medizinischer Sicht erst dann, wenn der Stuhlgang über mindestens zwei Monate jeweils länger als zwei bis drei Tage ausbleibt, wenn er hart und klumpig ist, wenn die Darmentleerung auch bei längeren Toilettenbesuchen starkes Pressen erfordert und schmerzhaft ist und wenn dennoch ein Gefühl der unvollständigen Stuhlentleerung bleibt.

Darmträgheit und Ballaststoffmangel

Typischerweise klagen die Betroffenen zudem über Völlegefühl und allgemeines Unwohlsein, der Bauch kann angeschwollen sein. Gut gemeint, aber wenig hilfreich Lebensstil und Essgewohnheiten haben nach heutiger Erkenntnis nur einen marginalen Einfluss auf die Darmträgheit. Der Rat zu mehr Bewegung, ballaststoffreicher Kost und erhöhter Trinkmenge ist zwar gut gemeint, doch erfahrungsgemäß für Betroffene wenig hilfreich. Es existiert kein wissenschaftlicher Beweis dafür, dass sich eine Verstopfung durch eine gesteigerte Flüssigkeitszufuhr bessert. Auch zwischen körperlicher Aktivität und Obstipation sehen Experten – außer bei plötzlicher Bettlägerigkeit – keinen kausalen Zusammenhang. Dass eine faserreiche Ernährung Stuhlvolumen und -frequenz bei Gesunden erhöht, steht zwar außer Frage.

Ernährung bei Magen- und Darmproblemen

Dennoch ist ein Ballaststoffmangel nicht automatisch die Ursache einer chronischen Verstopfung. Woher kommt’s? Auf dem Weg durch den Verdauungstrakt werden dem Nahrungsbrei unentwegt Nährstoffe und Feuchtigkeit entzogen. Dabei wird der Brei durch ringförmiges Zusammenziehen und wieder Loslassen der Darmmuskulatur (Darmperistaltik) vorwärts geschoben. Sind diese Muskelbewegungen zu langsam – ist der Darm also schlichtweg faul –, bleibt die Nahrung ausgesprochen lange im Darm. Während dieser gesamten Zeit wird dem Nahrungsbrei Flüssigkeit entzogen. Die Folge: harter, trockener Stuhl – Verstopfung. Rund 75 % aller Seniorenheimbewohnern nehmen Abführmittel ein.

In dieser Altersgruppe steckt hinter der Darmträgheit oft ein multifaktorielles Geschehen: altersbedingte Funktionseinschränkungen des Verdauungstrakts (zum Beispiel durch Schwäche der Bauchspeicheldrüse, Kau- und Schluckprobleme), Einnahme von Medikamenten gegen diverse Krankheiten, Fehlernährung. In seltenen Fällen können auch organische Erkrankungen (Verwachsungen, entzündliche Darmerkrankungen, neurologische Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen oder hormonelle Störungen) für eine chronische Verstopfung verantwortlich sein. Auch einige Arzneimittel gegen psychische und neurologische Erkrankungen, Schlaf- und Beruhigungsmittel, Schmerzmittel, Präparate gegen Eisenmangel, Magensäurebinder und Medikamente gegen Bluthochdruck können Darmprobleme hervorrufen. Paradoxerweise galt das früher sogar verstärkt für Abführmittel. Wer dauerhaft – vielleicht aus dem Irrglauben heraus, eine Stuhlentleerung müsse täglich stattfinden – auf diese Abführmittel zurückgriff, gewöhnte seinen Darm an die Verdauungshilfe.

Medikamente gegen Verstopfung

Der Darm, der ohnehin schon träge war, wurde noch fauler. Die Lösung ist einfach Insbesondere Personen mit chronischer Verstopfung sind deshalb auf wirksame und verträgliche Abführmittel ohne Gewöhnungspotenzial angewiesen. Mit diesen Arzneimitteln verfolgt man das Ziel, den trockenen, harten Stuhlgang aufzuweichen, das Stuhlvolumen zu erhöhen und damit den Entleerungsreiz zu fördern. Um die Wassermenge im Stuhl zu erhöhen, transportieren sie Wasser in den Darm. Unterschiedlich ist dabei allerdings die Herkunft des Wassers. Die meisten Abführmittel entziehen dem Körper das erforderliche Wasser. Leider entführen sie ihm damit gleichzeitig – völlig unbeabsichtigt – wertvolle Elektrolyte.

Gerade bei Kindern und Senioren kann der Mineralstoffhaushalt so auch mal in Schieflage geraten. Moderne Abführmittel wie Movicol® oder Isomol® wirken aufgrund ihrer osmotischen Wirkung abführend – zuverlässig, schonend und effektiv. Durch zugesetzte Elektrolyte werden nennenswerte Elektrolytverschiebungen vermieden. Bei guter Verträglichkeit bleibt die Wirksamkeit auch bei langfristiger Anwendung erhalten. Hält eine Verstopfung ohne erkennbaren Anlass an oder wird sie von intensiven Schmerzen beziehungsweise Blut und Schleim im Stuhl begleitet oder geht sie mit einem unerklärlichen Gewichtsverlust einher, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Das gleiche gilt, wenn sich Ihr Stuhlverhalten plötzlich auffällig ändert – also Durchfall und Verstopfung sich abwechseln oder ein träger Darm auf einmal zu rege wird und umgekehrt

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