Hepatitis B: Hohe Ansteckungsgefahr
Die Hepatitis B ist eine entzündliche Erkrankung der Leber, die durch das hoch ansteckende Hepatitis-B-Virus ausgelöst wird und zu schweren Spätkomplikationen führen kann. Das Heimtückische ist, dass die Krankheit oft Jahre bis Jahrzehnte lang ohne Beschwerden verläuft. Nicht selten sind die Betroffenen infiziert, ohne es zu ahnen – und stecken ihre Mitmenschen an, ohne es zu wollen. Viele Menschen kennen die Krankheit Hepatitis B nicht.
Die Mehrzahl der Neuinfektionen im Erwachsenenalter, zirka 90 %, heilt von selbst aus. Infektionen, die von der Mutter während der Geburt auf das Kind übertragen oder frühkindlich erworben werden, nehmen hingegen häufig einen chronischen Verlauf. Hierzulande sind rund 400.000 bis 500.000 Menschen chronisch mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert, jedes Jahr kommen über 1.000 neue Ansteckungen hinzu.
Symptome von Hepatitis B
Aber nur ein Drittel der Infizierten leidet unter typischen Symptomen wie Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, Gelbfärbung der Haut, dunkel gefärbtem Urin oder Oberbauchbeschwerden. Nur jeder Vierte weiß, dass er infiziert ist, gerade einmal 9 % werden ärztlich behandelt. Doch bleibt die Krankheit unbehandelt, kann sie zu potenziell lebensbedrohlichen Spätfolgen führen: zu einer Schrumpfleber (Narbenleber) oder sogar zu Leberkrebs.
Immer noch sterben jedes Jahr rund 1.500 Bundesbürger an den Folgen einer Hepatitis B – fast doppelt so viele wie an der Immunschwächekrankheit AIDS, die durch HIV (Human Immunodeficiency Virus) hervorgerufen wird. Dies ließe sich verhindern, wenn Hepatitis B frühzeitig erkannt und rechtzeitig von einem Facharzt behandelt werden würde. So ließe sich auch das Ansteckungsrisiko für die Umgebung der Betroffenen minimieren, denn bei einer erfolgreichen Behandlung verringert sich die Anzahl der Viren im Körper bis unter die Nachweisgrenze.
Virusübertragung der Infektion
Etwa 0,5 % der deutschen Bevölkerung sind Träger des Hepatitis-B-Virus und damit ansteckend. Doch die wenigsten der Betroffenen beziehungsweise ihrer Mitmenschen ahnen, wie ansteckend das Hepatitis-B-Virus ist. Schon kleinste Mengen von infiziertem Blut oder Körperflüssigkeiten wie Sperma, Scheidenflüssigkeit oder Speichel genügen, um das Hepatitis-B-Virus zu übertragen. Denn dieses ist hundertmal ansteckender als das HIV und kann bis zu sieben Tage außerhalb des Körpers überleben. Das größte Risiko, sich mit Hepatitis B zu infizieren, ist ungeschützter Geschlechtsverkehr.
Übertragung von Hepatitis B: Risikofaktoren
Weitere Übertragungswege sind mit infiziertem Blut verunreinigte Instrumente, etwa Geräte für Tätowierung oder Piercing sowie Spritzen oder Kanülen. Aufgrund moderner hygienischer Standards kommt es heutzutage nur noch selten zu einer Infektion durch Bluttransfusionen, häufiger wird das Virus bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen.
Gefahr durch Tätowierung und Piercing
Doch es gibt auch weniger nahe liegende Infektionswege, zum Beispiel gemeinsam verwendete Rasierer, Nagelscheren oder -feilen. Test bringt Klarheit Prinzipiell ist also jeder Mensch, der nicht gegen Hepatitis B geimpft ist, gefährdet, sich mit dem Virus anzustecken. Den „typischen” Hepatitis-B-Patienten gibt es nicht – die Erkrankung trifft alle Altersgruppen, soziale Schichten und ethnische Gruppen.
Nur eine Risikoabschätzung und ein Test beim Hausarzt verschaffen Klarheit darüber, ob bereits eine Infektion vorliegt – besonders, wenn man zu einer der folgenden Risikogruppen zählt: Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern Menschen (auch Reisende) aus Süd- und Osteuropa oder Südostasien, denn dort ist das Virus weit verbreitet Familien- oder Haushaltsangehörige beziehungsweise Sexualpartner von Hepatitis-B-Infizierten Neugeborene, deren Mütter infiziert sind Menschen, die im medizinischen Bereich tätig sind Aktive und ehemalige Konsumenten intravenöser Drogen
Impfung gegen Hepatitis B
Der beste Schutz vor einer Hepatitis-B-Virusinfektion ist eine Impfung, die wirksam und gut verträglich ist. Die Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Säuglinge, Kinder und Jugendliche sowie für Personen, die zu Risikogruppen zählen, empfohlen. Für einen ausreichenden Schutz sind drei Impfungen nötig. Danach sind über 90 % der geimpften Personen bis zur nächsten Auffrischungsimpfung nach zehn Jahren sicher vor einer Infektion.


