Nierenbeschwerden: Urinschnelltest

Nierenleiden

Nierenleiden
Arztbesuch bei Problemen mit der Niere

Nierenleiden werden oft erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Die Behandlung ist dann für die Betroffenen höchst unangenehm und zeitaufwendig. Mit einer höheren Bereitschaft zur Vorbeugung und einer besseren Vorsorge ließe sich das häufig vermeiden. Gerade in den Industriestaaten neigt die immer älter werdende Bevölkerung zu ungesunder kalorienreicher Ernährung. Zivilisationskrankheiten können der Auslöser sein.

Viele leiden unter Übergewicht, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Bluthochdruck und Störungen des Fettstoffwechsels – Zivilisationskrankheiten, die so richtig an die Nieren gehen. Unter den letzten Rippenbogen, links und rechts der Wirbelsäule, liegen diese charakteristisch geschwungenen Ausscheidungsorgane – nicht viel größer als eine Faust. Trotzdem ist ihre Leistung beachtlich: Pausenlos befreien die Nieren unser Blut von Schadstoffen und Abfallprodukten, steuern den Salz- und Wasserhaushalt in unserem Organismus. Darüber hinaus spielen diese Hochleistungsorgane eine wichtige Rolle bei der Blutdruckregulation und sind an der Blut- und Knochenbildung ebenso beteiligt wie an der Produktion zahlreicher Hormone. Verliert ein Teil des Nierengewebes seine Funktionalität, leidet die Niere zunächst stumm vor sich hin. „Klaglos“ übernimmt der gesunde Rest die notwendigen Aufgaben.

Niereninsuffizienz

Erst wenn mehr als die Hälfte des Nierengewebes ausfällt, schlägt das „leise Organ“ Alarm, die Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) macht sich bemerkbar. Die harnpflichtigen Substanzen werden nicht mehr ordnungsgemäß ausgeschieden, der Harn wird wässrig, die Leistungsfähigkeit der Patienten sinkt. Weil unter anderem das Ausscheiden von Wasser nicht mehr richtig funktioniert, steigt der Blutdruck und mit ihm das Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen. Patienten klagen sodann über Wassereinlagerungen (Ödeme), Abgeschlagenheit, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Trotzdem bleibt selbst ein 50- oder sogar 70%iger Funktionsausfall häufig noch unerkannt. Manche Betroffenen spüren den Leistungsverlust der Nieren erst, wenn sie vollständig versagen.

Blutwäsche (Dialyse)

Werden jetzt keine Gegenmaßnahmen ergriffen, kommt es innerhalb kürzester Zeit zu einer lebensbedrohenden Vergiftung. Sie erfordert umgehend eine Nierenersatztherapie, das heißt die regelmäßige Blutwäsche (Dialyse), oder eine Nierentransplantation. Aber selbst die Dialyse kann die normale Nierenfunktion nicht völlig ersetzen. Dialysepatienten müssen einiges auf sich nehmen, um die Therapie zum Erfolg zu führen und Folgeerkrankungen zu vermeiden. Meist müssen sie dreimal pro Woche zur Dialyse, genaue Diätvorschriften befolgen und sich bei den Medikamenten an ein strenges Einnahmeschema halten – ein Leben lang.

Eine besondere Rolle spielt hierbei das Phosphat. Normalerweise wird es im Darm aus der Nahrung aufgenommen, ein Überschuss über die Nieren ausgeschieden. Ist das aufgrund einer Nierenschwäche nicht möglich, steigt die Phosphatkonzentration im Blut (Hyperphosphatämie). Dies kann selbst eine Dialyse nicht verhindern. Das überschüssige Phosphat geht mit Kalzium eine Verbindung ein und lagert sich als „Kalk“ in Gefäßwänden, Weichteilen und Gelenken ab. Die Folge: Die Gefäße versteifen und verengen sich, Organe und Weichteile „verkalken“, und die Gelenke schmerzen. Gleichzeitig führen die erhöhten Phosphatspiegel zu einer Entkalkung der Knochen.

Erhöhter Phosphatspiegel

Für Nierenkranke scheint daher eine phosphatarme Diät ratsam zu sein. Sich dabei gleichzeitig ausgewogen zu ernähren, ist jedoch äußerst schwierig. Zahlreiche Nahrungsmittel, die zu einer gesunden Ernährung gehören, enthalten hohe Phosphatkonzentrationen, beispielsweise Milch, Nüsse, Hülsenfrüchte oder Vollkornbrot. Deshalb gelingt es mit einer Diät in der Regel nicht, die Phosphatwerte im Normalbereich zu bewegen.

Fast alle Niereninsuffizienten benötigen zusätzlich sogenannte Phosphatbinder. Sie fangen das überschüssige Phosphat im Darm ab und sorgen dafür, dass es mit dem Stuhl ausgeschieden wird. Allerdings müssen diese Arzneimittel regelmäßig und zu jeder Mahlzeit eingenommen werden, oft bis zu zwölf Tabletten pro Tag. Manchmal sind diese außerordentlich groß und wirklich lästig zu schlucken. Erschreckend viele Patienten „vergessen“ daher bewusst, ihre Phosphatbinder einzunehmen, riskieren damit jedoch Komplikationen. Neuerdings werden die Betroffenen spürbar entlastet: Ein Phosphatbinder mit dem Wirkstoff Lanthankarbonat erfordert meist nur noch die Einnahme einer Kautablette pro Mahlzeit.

Bis zum Nierenversagen müsste es jedoch gar nicht erst kommen. Zwischen den ersten Anzeichen einer Nierenbeteiligung und dem endgültigen Nierenversagen vergehen in der Regel 15 bis 25 Jahre. Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, könnte die Dialyse durch eine optimale Einstellung des Stoffwechsels und eine bewusste Lebensführung der Patienten vielfach vermieden oder zumindest hinausgezögert werden.

Urinschnelltest zur Sicherheit

Ein Urinschnelltest kann erste Hinweise geben, wie es um die Gesundheit der Nieren steht. Der Teststreifen misst den Eiweißgehalt im Urin. Je weniger Eiweiß ausgeschieden wird, umso besser arbeiten die Nieren. Ist das Testergebnis auffällig, folgt eine Blutuntersuchung. So können Nierenleiden frühzeitig erkannt und behandelt werden.

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