Interview mit einer Schmerzpatientin

Chronischer Schmerz

Chronischer Schmerz
Chronische Schmerzen sind eine starke Belastung für die Betroffenen

Immer wiederkehrende oder chronische Schmerzen können das Leben zur Hölle machen. Gabriele G. kann ein leidvolles Lied davon singen. Die heute 50-Jährige weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn der Schmerz zum täglichen Begleiter wird. Sie hat erlebt, wie der Schmerz ihr jegliche Lebensfreude nahm, bis sie sich resigniert in die eigenen vier Wände zurückzog. Ein Funken Hoffnung auf Linderung aber blieb.

Anfang 2007 hatte sich Gabriele G. einer Unterleibsoperation unterzogen. Der Eingriff verlief gut und sie war schnell wieder auf den Beinen. Doch seit damals leidet die ehemalige Apothekenhelferin unter ständigen Schmerzen, zunächst im rechten Arm, dann in den Hand- und Fußgelenken und schließlich am ganzen Körper.

Chronische Schmerzen keine Seltenheit

Etwa ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland leidet unter unterschiedlich lokalisierten, dauerhaften oder immer wiederkehrenden Schmerzen. An sich haben Schmerzen eine lebenswichtige Warnfunktion, denn sie zeigen, dass im Körper etwas nicht in Ordnung ist. Werden starke Schmerzen allerdings nicht frühzeitig und wirksam behandelt, reagieren die Nervenzellen irgendwann „überreizt“.

Schmerzgedächtnis

Sie signalisieren dem Gehirn auch dann noch eine „Schmerzsituation“, wenn die körperliche Störung längst behoben ist. Der Schmerz hat seine Warnfunktion verloren und sich zu einer eigenständigen Krankheit, der Schmerzkrankheit, entwickelt. In der Hoffnung auf Schmerzlinderung suchte Gabriele G. ihren Hausarzt auf. Er verschrieb ihr frei verkäufliche Schmerzmedikamente und ein schwach wirksames Opioid. Doch der Erfolg blieb aus.

Die einst so lebenslustige Frau resignierte allmählich und zog sich mehr und mehr zurück: „Ich habe mich für nichts mehr interessiert. Mir tat nur noch alles weh.“ Ihr sichtliches Leiden war für ihre Familie eine starke Belastung. Ihr Ehemann und die 16-jährige Tochter vermissten ihre einstige Lebensfreude und ihren Unternehmungsgeist. Sie war gerne in der Natur aktiv, zum Beispiel zum Bergwandern oder Hundeschlitten fahren. Ihre Schlittenhundezucht war ihr ganzer Stolz. Selbst nach mehreren schweren Krankheiten und den damit einhergehenden Operationen hatte sie sich immer schnell wieder erholt.

Leidensgeschichte mit chronischen Schmerzen

Aber jetzt zermürbten sie die ständigen Schmerzen und es ging ihr immer schlechter. Selbst nachts fand Gabriele G. keine Ruhe, da sie bei jeder unbewussten Bewegung vor Schmerzen aufwachte. Um tagsüber überhaupt aufstehen zu können, nahm sie die Schmerzmedikamente jeweils in hohen Dosierungen, allerdings litt sie stark unter den typischen Nebenwirkungen: „Ich war ständig erschöpft und fühlte mich wie betrunken und in Watte gehüllt. Die Schmerzen und die Medikamente raubten mir jeglichen Antrieb.“

Schmerzmedikamente

Da frei verkäufliche Schmerzmedikamente bei langfristiger Einnahme zu Magen-Darm-Blutungen führen und Organe schädigen können, überwies der Hausarzt sie schließlich an die Nürnberger Schmerztherapeutin Dipl.-Med. Britta Renzi. Nach einem ausführlichen Gespräch mit ihr fasste Gabriele G. wieder Mut. „Ich hatte das Gefühl, dass sie mich und meine Beschwerden ernst nahm. Dadurch war ich weniger verzweifelt.“

Therapie mit Tabletten

Die Schmerztherapeutin setzte die bisherigen Medikamente ab und verschrieb Gabriele G. ein stark wirksames Opioid, das seine Wirkstoffe verzögert (retardiert) über zwölf Stunden freisetzt, sodass stets eine gleichbleibende Menge der Wirkstoffe im Blut vorhanden ist und die Schmerzen kontinuierlich gelindert werden.

Seitdem nimmt Gabriele G. morgens und abends je eine Tablette und ihre Schmerzen sind endlich erträglich geworden. Das gut verträgliche Schmerzmedikament ist eine Kombination aus einem Opioid gegen die Schmerzen und einem weiteren Wirkstoff, einem sogenannten Opioid-Gegenspieler.

Nebenwirkungen Opiode

Für Opioide typische Nebenwirkungen wie Verstopfung und damit einhergehende Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Schwindel werden so von Anfang an verhindert. Durch die effektive Schmerzlinderung hat Gabriele G. jetzt endlich wieder die Kraft, sich um ihre Familie und ihre Hunde zu kümmern. Ihre Lebensfreude kehrt zurück und sie ist inzwischen überzeugt, ihr Leben trotz der chronischen Schmerzen meistern zu können. Ihre Botschaft an andere Schmerzpatienten: „Lasst euch nie die Hoffnung nehmen, auch wenn ihr sehr verzweifelt seid.“

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