Organspende
Organspende: Wie unendlich kostbar dieses Geschenk ist, daran erinnern uns die Geschichten der Menschen, die auf ein neues Organ hoffen oder bereits eines erhalten haben. Allein in Deutschland warten zurzeit rund 12.000 schwer kranke Menschen auf eine neue Niere, Leber oder ein anderes Organ. Deshalb sollte sich jeder mit dem Thema Organspende beschäftigen.
Spende: Lange Wartelisten und Hoffnungsschimmer
Frauke T. (46) stand im Jahre 2003 vor genau dieser Entscheidung. Sie verlor ihre neunjährige Tochter und hat einer Organspende zugestimmt. Es war nur wenige Wochen nach der Geburt, als bei Sophie eine schwere Erkrankung festgestellt wurde. Trotz mehrfacher Operationen war das Leben der kleinen Sophie von Schmerzen bestimmt. Sie verbrachte viele Wochen im Krankenhaus. „Sophie musste sehr viel ertragen“, erinnert sich Frauke T., „aber dennoch war sie sehr hilfsbereit und kümmerte sich rührend um die anderen, denen es noch schlechter ging.“ Eines Tages entdeckte Sophie in der Kinderklinik eine Broschüre, bei der es um Organspende ging. „Für Sophie war sofort klar, dass ihre Organe – wenn es bei ihr mal soweit sein sollte – auch andere Menschen retten sollten“, erinnert sich Frauke T.
Organspendeausweis
Heute schlägt Sophies Herz in einem anderen Kind weiter. Kurz vor Weihnachten erlitt das Mädchen einen Hirninfarkt, der zum Hirntod führte. Frauke T. rief die Familie zusammen. „Wir wussten, dass Sophie sich eine Organspende gewünscht hat. Und mit dieser Entscheidung war für uns trotz des Verlustes und des Schmerzes ein kleiner Trost verbunden. Denn wir wussten, dass anderen Menschen durch die Organspende geholfen wird“, erzählt sie rückblickend.
Deutsche Stiftung Organtransplantation
Das Leben als Geschenk begreifen und in diesem Sinne weitergeben – mit dieser Leitidee ging die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mit ihrer Initiative „Fürs Leben. Für Organspende.“ am Tag der Organspende an die Öffentlichkeit. Schirmherrin dieser größten bundesweiten Informationskampagne zum Thema Organspende ist Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Die Entscheidung für eine Organspende ist die Entscheidung für das Weiterleben eines Mitmenschen. Daher sollen möglichst viele Menschen motiviert werden, über die Organspende nachzudenken. Umfragen zeigen immer wieder, dass hierzulande über 80 % der Menschen der Organspende grundsätzlich positiv gegenüberstehen, fast 70 % würden einer Organentnahme nach ihrem Tod zustimmen, aber nur 12 % besitzen einen Organspendeausweis. Hinzu kommt, dass 98 % der Bevölkerung eine Organspende annehmen würden, wenn dadurch das eigene Leben gerettet werden könnte. Letztlich kann jeder von uns durch Krankheit oder Unfall plötzlich in die Situation geraten, auf ein Spenderorgan angewiesen zu sein. Mit der Aufklärungskampagne und dem Internetportal www.fuers-leben.de will die DSO möglichst viele Menschen informieren.
Nierenspende für Dialyse-Patienten
Wer gesund ist, kann sich kaum vorstellen, wie es ist, dreimal in der Woche für mehrere Stunden an ein Dialysegerät angeschlossen zu sein, über ein Sauerstoffgerät atmen zu müssen oder nicht einmal mehr die Kraft zu besitzen, um die Zahnbürste an den Mund zu führen. Für Patienten, die dringend ein Organ benötigen, ist dies jedoch bittere Realität. Und wie schön ist es, wenn einem von ihnen geholfen wird. Wie zum Beispiel Meike, die mit zehn Jahren eine Niere bekam und sich noch genau an diesen Tag erinnert. „Ich war in der Schule, und meine Mutter kam zur Tür herein. Sie hat nur gesagt: ‚Meike‘. Und ich wusste sofort, die Niere ist da. Ich hatte überhaupt keine Angst, habe nur Freude gefühlt. Ich wusste, ich wach’ auf und dann darf ich trinken und Schokolade essen … das war einfach unbeschreiblich. “




