Schuppenflechte
Die Schuppenflechte ist eine der häufigsten Hautkrankheiten. Typisch sind stark schuppende, punktförmige bis handtellergroße, meist rötliche Hautstellen, die bevorzugt an Knien, Ellenbogen und Kopf auftreten. Die Ursache der Schuppenflechte ist bis heute unklar. Sie ist nicht ansteckend und wird nicht durch Körper- oder Sexualkontakt übertragen. Auch mit mangelnder Hygiene hat die Psoriasis nichts zu tun.
Allerdings spielt die erbliche Veranlagung bei der Entwicklung des Krankheitsbildes eine Rolle. Etwa jedes fünfte Kind mit einem von Schuppenflechte betroffenen Elternteil erkrankt ebenfalls. Umweltfaktoren und die individuelle Lebensweise werden als weitere Auslöser diskutiert. So kann die Psoriasis nach einem Sonnenbrand oder einer Hautverletzung erstmalig ausbrechen. Besteht die Krankheit bereits, tragen psychischer und physischer Stress dazu bei, die Symptome zu verstärken.
Schuppenflechte: Verlauf und Symptome

Am Anfang der Schuppenflechte steht meist ein heftiger Schub, mit kleinen Flecken am ganzen Körper. Sie sind gerötet, leicht erhaben und sie jucken. Manchmal verschwinden die Hautveränderungen innerhalb weniger Wochen oder Monate auch ohne Behandlung. Bei rund zwei Dritteln der Betroffenen (Psoriatiker) halten sich die befallenen Hautbezirke allerdings beharrlich. Hier ist der Erneuerungsprozess der Haut massiv gestört. Normalerweise werden die Oberhautzellen (Keratinozyten) innerhalb von 28 Tagen aus der untersten Lage der Oberhaut zur Oberfläche geschoben. Auf diesem Weg verhornen sie und werden dann als kernlose Hornlamellen abgestoßen („abgeschilfert“). Dieser harmonische Ablauf gerät bei der Schuppenflechte außer Kontrolle.
Nicht nur, dass sehr viel mehr Oberhautzellen als nötig gebildet werden, sie reagieren auch noch, als hätte eine schwere Verletzung der Haut stattgefunden. Im Eiltempo von nur vier Tagen wandern die Oberhautzellen an die Hautoberfläche. Viel zu schnell, um vollständig verhornen zu können. Die „unreifen“ Keratinozyten werden nicht abgestoßen, sondern „stauen“ sich stattdessen an der Hautoberfläche. Es kommt zu einer verstärkten und für das bloße Auge sichtbaren Bildung von typischen silbrig-weißen Hautschuppen über roten, scharf abgegrenzten und erhabenen Herden. Grundsätzlich kann die Schuppenflechte am ganzen Körper auftreten. Vielfach sind neben der Haut die Zehen- und Fingernägel betroffen. Auch die Gelenke können durch die Schuppenflechte in Mitleidenschaft gezogen werden.
Alltag mit Schuppenflechte: Belastung von Haut und Psyche
Die Lebenserwartung wird durch die Schuppenflechte nicht beeinträchtigt. Trotzdem leiden viele Psoriatiker außerordentlich unter ihrem „Makel“, vor allem, wenn die Schuppungen an sichtbaren Hautpartien wie Gesicht, Kopfhaut, Armen und Beinen auftreten. Aus falsch verstandener Scham scheuen sich manche Betroffene, Freizeitaktivitäten wie Schwimmen wahrzunehmen. Soziale Kontakte werden eingeschränkt, die Lebensfreude lässt nach. Die sich verstärkende psychische Belastung wirkt ungünstig auf den weiteren Verlauf der Schuppenflechte. Wer es aus eigener Kraft heraus nicht schafft, mit der Erkrankung ein „normales“ Leben zu führen, sollte daher den Gang zum Psychotherapeuten oder in eine Selbsthilfegruppe nicht scheuen. Viele Betroffene führen allerdings aufgrund moderner Therapiemethoden über große Intervalle hinweg ein weitgehend beschwerdefreies Leben.
Behandlungsmethoden bei Psoriasis
Dabei reicht das Behandlungsspektrum von einfachen Entspannungsübungen und Kuraufenthalten über Lichtbestrahlungen bis hin zu kortisonähnlichen Präparaten. Übrigens: Eine Psoriasisdiät im engeren Sinne gibt es nicht. Individuelle Unverträglichkeiten sollten aber unbedingt beachtet werden. Ihnen kommt man am besten mit einem Tagebuch auf die Spur, in dem man notiert, was man gegessen hat und wie die Haut hierauf reagiert. Rotwein, Käse und bestimmte Gewürze können dabei ebenso zu einer Verschlechterung führen wie Lebensmittel-Zusatzstoffe.
Auch Übergewicht scheint kein eigener Risikofaktor zu sein, auch wenn die meisten Psoriatiker unter Übergewicht leiden. Experten vermuten, dass diese Menschen die zusätzliche Veranlagung haben, vermehrt Fett anzusetzen oder sich den Kummerspeck infolge der psychischen Belastung „anfuttern“.
Diagnose Schuppenflechte
Die meisten Betroffenen sind nur in geringem Maße von der Schuppenflechte befallen. Viele kommen völlig ohne eine Behandlung aus, andere mit einer gelegentlichen lokalen Therapie. Rückschlüsse auf den weiteren Verlauf der Erkrankung sind dabei grundsätzlich nicht möglich. Wer seinen Krankheitsverlauf allerdings aufmerksam beobachtet und vermerkt, wann die Symptome verstärkt auftreten, der kann seinen Lebensstil darauf einstellen und damit auch die Häufigkeit der Schübe verringern



