Rheuma in jungen Jahren
Ziehen im Rücken und die schmerzenden Fingergelenke eines 70-Jährigen: Der Volksmund spricht bedauernd von „Rheuma“, mit mitleidigem Blick auf die oft deformierten Gelenke. Aber das vermeintliche Altersleiden trifft auch junge Menschen. Rheuma ist ein Sammelbegriff für eine ganze Reihe chronisch-entzündlicher Erkrankungen, die den Bewegungsapparat betreffen.
Erkrankung an Rheuma
Die früher typische Deformierung und Zerstörung der Gelenke kann heute mit modernen Medikamenten gebremst, vielfach sogar verhindert werden. Vorausgesetzt, die Erkrankung wird frühzeitig erkannt und behandelt. In Deutschland leiden etwa 800 000 Menschen an rheumatoider Arthritis, drei Viertel sind Frauen. Häufig beginnen Gelenkbeschwerden und Entzündungsschübe schon um das 30. Lebensjahr, selbst Kinder können erkranken. Erste Anzeichen sind Morgensteifigkeit und Schmerzen oder Schwellungen der betroffenen Gelenke sowie allgemeine Abgeschlagenheit. Auch der Morbus Bechterew, bei dem in schweren Fällen die Wirbelsäule verkrümmt, macht sich oft zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr bemerkbar.
Psoriasisarthritis
Die Psoriasisarthritis tritt überwiegend im Alter zwischen 30 und 50 Jahren auf, und zwar oftmals bei Menschen, die unter Schuppenflechte (Psoriasis) leiden. Etwa ein Drittel dieser Patienten entwickelt zusätzlich Gelenkbeschwerden. Jeder, der an Schuppenflechte erkrankt ist, sollte daher seinen Arzt über Gelenkbeschwerden sofort informieren.
Rheuma zählt mit rund 1,5 Millionen Betroffenen zu den großen Volkskrankheiten Deutschlands. Trotzdem wird es noch häufig viel zu spät diagnostiziert. Frühzeitig eingesetzt können moderne Medikamente wie die Biologika in den Mechanismus der Entzündung eingreifen und den Betroffenen viel Leid ersparen.


