Sodbrennen und Reflux
Der Abend war ein voller Erfolg. Satt, glücklich und zufrieden sinkt man ins Bett und freut sich auf einen erholsamen Schlaf. Doch dann kommt es: Wie ein heißer Lavastrom steigt ein Schmerz hinter dem Brustbein hoch in die Speiseröhre − die Nachtruhe ist dahin. Am nächsten Morgen fühlt man sich wie gerädert, ist müde, leicht reizbar und schnell gestresst.
Ratsam ist, die tägliche Nahrungsaufnahme auf mehrere kleine Mahlzeiten zu verteilen. Vermeiden Sie dabei alles, was die Magensäureproduktion anregt. Es gibt Lebensmittel, die Unverträglichkeitsreaktionen auslösen. Zu diesen zählen unter anderem Kaffee, Alkohol, Süßigkeiten oder säurehaltige Getränke. Aber auch Essen unter Zeitdruck sollten Patienten meiden. Kauen Sie sorgfältig und vermeiden den Genuss von Speisen oder Alkohol zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen. Stress und Sorgen verschlimmern das Sodbrennen.
Es gilt, die Stressursachen abzubauen und täglich etwas Zeit für Entspannung und Bewegung einzuplanen. Lassen Sie sich gegebenenfalls beraten. Übrigens: Auch Rauchen reduziert nicht nur die Speichelproduktion, sondern verstärkt gleichzeitig die Bildung von Magensäure und fördert damit gleich zwei Faktoren, die das Entstehen von Sodbrennen begünstigen.
Die nervliche Belastung führt erneut zu einer vermehrten Produktion der ätzenden Magensäure. Ein Teufelskreis beginnt. Vor allem nachts beim flachen Liegen, beim Bücken oder Heben von Lasten ist der Muskelring (Ösophagussphinkter), der normalerweise den Rückfluss (Reflux) von Mageninhalt in die Speiseröhre verhindert, seiner Aufgabe nicht mehr gewachsen. Überschüssige Magensäure und Speisebrei steigen in die Speiseröhre auf, es kommt zu quälenden Beschwerden, dem Sodbrennen oder „sauren Aufstoßen“.
Starkes Sodbrennen
Während es manche Betroffene nur als leichtes Unbehagen wahrnehmen, spüren andere einen brennenden Schmerz im unteren Brustbereich, der sich bis in den Hals zieht. Begleitet wird der Schmerz durch einen bitteren Geschmack in Hals und Mund. Obwohl das brennende Gefühl für den Betroffenen unangenehm ist und ihm nicht selten den Schlaf raubt, wird Sodbrennen oft als Bagatelle abgetan. Doch dies ist eine folgenreiche Fehleinschätzung.
Speiseröhre: dauerhafte Schäden
Anders als im Magen, der durch seine Schleimhaut gegen die beißende Magensäure geschützt ist, kann sie in der Speiseröhre zu dauerhaften Schäden führen. Aus ständigen Säureattacken können sich blutende Entzündungen, einengende Vernarbungen und mitunter bösartige Gewebeveränderungen entwickeln. Häufiger wiederkehrendes Sodbrennen erfordert daher eine ärztliche Abklärung und Behandlung.
Behandlung gegen Sodbrennen
Moderne Protonenpumpenhemmer vermindern die Säureproduktion bereits im Magen. Wird weniger Magensaft gebildet, ist der Rückfluss geringer – die Speiseröhre wird entlastet, bestehende Entzündungen heilen ab. Mit die wichtigste Rolle beim Sodbrennen spielt das Essverhalten und das Essen selbst. Viele Patienten berichten, dass ihr geändertes Essverhalten das Auftreten der Symptome gelindert hat.


