Vorsichtsmaßnahmen für die Reisezeit

Reise: Urlaub trotz chronischer Erkrankung

Reise: Urlaub trotz chronischer Erkrankung
Vorfreude Urlaub: die richtige Vorbereitung

Ob Badeurlaub im Süden oder Wandern in den Bergen – für viele Menschen ist die Ferienzeit die „schönste Zeit des Jahres“. Doch chronisch Kranke, etwa Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma bronchiale, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder Rheuma fragen sich oft, ob sie überhaupt verreisen dürfen.

Neue Länder entdecken, unter ungewohnten klimatischen Bedingungen leben, fremde Speisen und Getränke probieren – das alles lässt uns nicht nur den Alltag rasch und mit Freuden vergessen, sondern bedeutet für den Organismus mitunter Erschwernisse. Dennoch sind chronisch Kranke in der Wahl ihres Urlaubsortes heute kaum mehr eingeschränkt, selbst Fernreisen können viele Menschen in vollen Zügen genießen.

Absprache mit dem Arzt

Eine gelungene Reise setzt jedoch voraus, dass Sie sich vor Reiseantritt, das heißt mindestens sechs Wochen vorab, mit Ihrem Arzt in Verbindung setzen. Beschreiben Sie ihm, welches Klima und welche medizinische Versorgung im Urlaubsland zu erwarten ist und welche Aktivitäten Sie planen. Das gilt auch für Kurzreisen, da die Anpassungsleistung des Körpers, damit die Gefährdung, in den ersten Tagen am größten ist.

Impfungen und Prophylaxe

Bestätigt der Arzt Ihre Reisetauglichkeit, gilt es, den Urlaub gut vorzubereiten. So sind in einigen Ländern besondere Impfungen oder andere prophylaktische Maßnahmen erforderlich, die teilweise bis zu zwei Monate vor Reiseantritt durchgeführt werden müssen. Keinesfalls sollten Sie die verordnete Behandlung während Ihres Urlaubs unterbrechen, auch nicht während der Hin- und Rückreise. Falls zwischen Heimat- und Urlaubsort eine Zeitverschiebung existiert, ist es ratsam, vorher mit dem Arzt zu besprechen, wie Sie die Einnahme der Arzneimittel bei Hin- und Rückreise am besten an den neuen Tagesrhythmus anpassen.

Medikamente einnehmen

Medikamente, die regelmäßig einzunehmen sind, müssen in ausreichender Menge verschrieben werden, ebenso sind Arzneimittel für eventuelle Notfälle mitzuführen. Darüber hinaus sollten Sie mithilfe Ihres Arztes einige Reiseunterlagen zusammenstellen:

  • eine kurze schriftliche Zusammenfassung der Krankengeschichte
  • ein mehrsprachiges Attest
  • eine Liste der benötigten Medikamente
  • die Verordnung der Arzneimittel
  • eine Rezeptkopie
  • die Telefonnummer Ihres behandelnden Arztes sowie Adresse und Telefonnummer des nächstgelegenen (deutsch- oder englischsprachigen) Arztes oder Krankenhauses am Urlaubsort

 

Flugvorbereitung für Patienten

Geben Sie bei Flugreisen alle wichtigen Formulare und Bescheinigungen zusammen mit den erforderlichen Medikamenten griffbereit ins Handgepäck. Flüssigkeiten und Dosieraerosole sind gemäß den aktuellen Sicherheitsvorkehrungen der Flughäfen in einem durchsichtigen Plastikbeutel zu verpacken. Da Medikamente keine Hitze vertragen, ist es möglicherweise ratsam, sich eine kleine Reisekühltasche für Medikamente zuzulegen. Im Flugzeug kann man auch die Stewardess bitten, diese in den Bordkühlschrank zu legen, im Hotel gehören sie ohnehin in den Kühlschrank.

Checkliste Diabetiker

Diabetiker benötigen einen internationalen Diabetikerausweis, ebenso Geräte und Teststreifen für die Blut- und Harnzuckerkontrolle, Insulin, Spritzbe­steck, Kühlelemen­te, Kühltasche sowie Lichtschutzbehälter für das Insulin. Bewahren Sie alles, was Sie für die Reise brauchen, sowie einen Notvorrat, im Handgepäck auf – mit dem internationalen Diabetiker­ausweis ist dies auch beim Check-in am Flughafen kein Problem. Informieren Sie Mitreisende und Hotelangestellte über Ihre Erkrankung und beschreiben Sie ihnen vorsichtshalber die ersten Anzeichen einer Unter- oder Überzuckerung. Erklären Sie auch, wie sie Ihnen im Fall des Falles helfen können.

Hilfe für Asthmatiker

Für Reisende mit Asthma bronchiale, insbesondere für Kinder und Jugendliche sowie Asthmapatienten mit noch geringer Erfahrung, ist das Mitführen eines persönlichen Asthma-Notfallplans sehr hilfreich: Hier kann der Betroffene nachlesen, was im Notfall zu tun ist, und die Ärzte am Urlaubsort erhalten neben den persönlichen Daten des Patienten die notwendigen Informationen über die bestehende Diagnose und Behandlung. Je besser das Asthma kontrolliert ist, desto unwahrscheinlicher sind spontane Verschlechterungen oder Asthmaanfälle.

Oft kann der Asthmapatient unterwegs sogar besser durchatmen als zu Hause. Um eine gute Asthmakontrolle, beispielsweise unter der Kombinationstherapie mit dem lang wirksamen Bronchienerweiterer Salmeterol und dem Entzündungshemmer Fluticason nicht zu gefährden, sollte sie aber wie jede andere Dauertherapie auch im Urlaub konsequent fortgeführt werden.

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