Beschwerden durch Vergrößerung der Prostata

Prostata (BPE)

Prostata (BPE)
Männer und das Problem mit der Prostata

Über die Prostata redet man(n) nicht – selbst wenn sie Beschwerden macht und das Wasserlassen zum Problem wird. Leider besitzt die Prostata die unangenehme Eigenschaft, sich mit zunehmendem Alter in eine „Urinbremse“ zu verwandeln. Bedingt durch gutartige hormonbedingte Zellwucherungen beginnt sie bei Männern ab dem 45. Lebensjahr sich zu vergrößern.

Da die Prostata die Harnröhre ringförmig umschließt, wird diese infolge der benignen Prostatavergrößerung (BPE) eingeengt. Damit der Urin weiterhin durch die verengte Harnröhre abfließt, verstärkt sich zunächst die Blasenwandmuskulatur. Gelingt das im weiteren Verlauf nicht mehr, wird der Harnstrahl immer schwächer, schließlich tritt der Urin nur noch tröpfchenweise aus. Ein Teil des Harns bleibt in der Blase zurück – idealer Nährboden für Bakterien, die schmerzhafte Entzündungen auslösen können. Staut sich der Restharn bis in die Niere zurück, wird das Nierengewebe geschädigt; eine noch größere Komplikation ist der akute Harnverhalt, bei dem trotz starken Harndrangs gar kein Urin mehr abfließen kann.

Prostata: Aufbau und Funktion

Die Prostata oder auch Vorsteherdrüse gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes. Genau wie: Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Samenblasen (Bläschendrüsen). Die Prostata hat etwa die Größe und Form einer Kastanie. Die Drüse wiegt knapp 20 Gramm. Sie liegt zwischen der Harnblase und dem Beckenboden, der hier den äußeren Schließmuskel der Harnröhre bildet. Hinter ihr befindet sich der Mastdarm, vor ihr der Unterrand des Schambeins, mit dem sie fest verbunden ist.

BPE: Anamnese durch Urologe

Spätestens, wenn sich Symptome bemerkbar machen, ist der Besuch beim Urologen angezeigt, auch um eine bösartige Erkrankung auszuschließen. Denn ein Tumor der Prostata (Prostatakarzinom) kann ähnliche Beschwerden auslösen wie eine BPE. Die wichtigste Rolle im Kampf mit dieser häufigsten Krebserkrankung beim Mann spielt die ärztliche Vorsorgeuntersuchung der Prostata, die hierzulande seit 1971 für Männer ab 45 Jahren gesetzlich festgeschrieben ist.

Medikamente für die Prostata

Pflanzliche Arzneimittel wie Kürbissamenextrakt tragen zur Linderung der BPE-Beschwerden bei, verlangsamen aber nicht das weitere Wachstum der Prostata. Vergleichbares gilt für Alpharezeptorenblocker, die die Muskeln im unteren Bereich der Blase entspannen und so die Blasenentleerung erleichtern. Anders moderne 5-Alphareduktasehemmer wie Dutasterid: Sie lindern die Symptome und bremsen gleichzeitig das Zellwachstum innerhalb der Prostata. Auf diese Weise reduzieren sie das Prostatagewebe um bis zu 30 % und senken bei Männern mit hohem PSA-(prostataspezifisches Antigen-)Wert zudem das Risiko, ein Prostatakarzinom zu entwickeln.

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