FSME, Borreliose, Wanderröte (Erythema migrans)

Zecken: Krankheitsüberträger

Zecken: Krankheitsüberträger
Zecken verbergen sich in hohen Gräsern.

Die zu den Spinnentieren zählenden Zecken lauern auf Gräsern, Farnen und niedrigem Buschwerk. Unverdrossen warten die kleinen Plagegeister, bis ein geeigneter Wirt, ein warmblütiges Opfer – gleich ob Mensch, Hund oder Katze –, sie abstreift. Dann suchen sie sich eine Stelle auf Körperstelle aus und setzen zum Blutsaugen an. Durch einen Zeckenbiss kann im schlimmsten Fall eine Krankheit übertragen werden.

Impfschutz gegen Lyme-Borreliose

Der Stich selbst ist schmerzlos und wird meist nicht bemerkt. Harmlose Folgen sind lokale Hautreaktionen und leichte Entzündungen. Doch immer häufiger sind Zecken Träger gefährlicher Viren und Bakterien. So kann sich der unfreiwillige Wirt während des Saugaktes mit heimtückischen Krankheiten wie Lyme-Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) infizieren. Umfassenden Schutz vor FSME-Erregern, die beim Menschen schwere Hirnhautentzündungen auslösen können, bietet die FSME-Impfung; einen Impfschutz gegen Lyme-Borreliose, europaweit die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung, gibt es dagegen nicht.

Durchseuchung der Zecken mit Borrelioseerregern

Dem Robert Koch-Institut, Berlin, zufolge beträgt hierzulande die Durchseuchung der Zecken mit Borrelioseerregern, den Borrelien, zwischen 5 und 35 %, wobei erwachsene Zecken deutlich häufiger infiziert sind als ihre Entwicklungsstadien (Nymphen 10 %, Larven 1 %). Der Stechapparat der Zecke selbst ist nicht infektiös. Erst das Blutsaugen aktiviert den Stoffwechsel des Tiers – und damit die Borrelien, die im Darm schlummern. Diese sind frühestens 24 Stunden nach einem Stich so weit mobil, dass sie aktiv in die Speicheldrüsen einwandern können. Von dort gelangen die Bakterien während des Saugaktes mit dem Zeckenspeichel in die Wunde des Opfers.

Zecken: Schutz vor Infektionen

Der beste Schutz vor Infektionen besteht also darin, sich nach einem Aufenthalt im Freien intensiv nach den kleinen Biestern abzusuchen und sie zügig zu entfernen, bevor sie sich festgesaugt haben. Dabei sollten Sie keinesfalls zu Hausmittelchen wie Öl, Alkohol, Nagellackentferner etc. greifen, denn sie fördern die Absonderung erregerhaltigen Speichels. Erfassen Sie stattdessen die mit Widerhaken und Zähnen versehenen Mundwerkzeuge der Zecke mit einer feinen Splitterpinzette direkt über der Haut und ziehen Sie sie aus der Stichwunde heraus. Vermeiden Sie es, den Körper des Spinnentiers zu quetschen oder anderweitig zu beschädigen. Sonst ist die Gefahr groß, dass verseuchter Darminhalt einer infizierten Zecke in die Hautwunde gelangt und dort eine Borrelieninfektion auslöst. Abschließend sollten Hände und Stichstelle desinfiziert werden.

Symptomatik der Lyme-Borreliose

WanderröteDie klinische Symptomatik einer Lyme-Borreliose ist vielgestaltig und kann Haut, Nervensystem, Gelenke und Herz betreffen. Am häufigsten und typisch für frühe Erkrankungsformen ist die Wanderröte, eine lokale Entzündung der Haut.

Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich entsteht an der Stelle des Zeckenstiches aus einer anfänglichen Papel, ein scharf abgegrenzter, schmerzloser, sich zentrifugal nach außen ausbreitender Ausschlag – oft mit einer Aufhellung im Zentrum. Dieses Stadium kann von unspezifischen Allgemeinerscheinungen wie Fieber, Bindehautentzündung, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen oder Lymphknotenschwellungen begleitet sein. Deutlich seltener ist eine akute Neuroborreliose, die sich zum Beispiel in Hirnhautentzündung, Gesichtsnervenlähmung, Gefühlsstörungen oder Entzündung von Nervenwurzeln zeigt.

Symptome nach einem Zeckenbiss

Häufig treten aber auch erst Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich grippeähnliche Symptome wie Abgeschlagenheit und Nachtschweiß auf. Leitsymptom der späteren Erkrankungsformen sind brennende Schmerzen, häufig in lokaler Beziehung zur Zeckenstichstelle beziehungsweise zum vorangegangenen Erythema migrans.

Selbst nach Monaten bis Jahren kann es noch zu chronisch oder schubweise verlaufenden Gelenkentzündungen, Muskelschmerzen sowie Hautentzündungen und chronischer Neuroborreliose kommen.

Zeckenbiss und Antibiotika

Die Therapie der Lyme-Borreliose ist in der Frühphase am erfolgreichsten. Eine generelle prophylaktische Antibiotikagabe nach Zeckenstich wird jedoch nicht empfohlen. Mittel der Wahl bei einem typischen, per Blickdiagnose feststellbaren Erythema migrans sind Antibiotika, die Behandlungsdauer variiert – je nach Erkrankungsform – zwischen zwei und drei bis vier Wochen.

Schützen Sie sich vor Infektionen

Tragen Sie Kleidung, die möglichst viel Körperoberfläche bedeckt, zum Beispiel lange Hosen, langärmelige Hemden und festes Schuhwerk. Auch Antiinsektenmittel (Repellenzien) wirken in gewissem Umfang gegen Zecken; nach etwa zwei Stunden lässt ihre Wirkung allerdings

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